Deuter Race X: Fahrradrucksack im Test

zuerst veröffentlicht im Bergzeit Blog – offline – (10. Februar 2014)

Der Deuter Race X ist ein leichter und kleiner Rucksack für Tagestouren auf dem Mountainbike. Er schaut schick aus, ist windschnittig und auch vollgepackt sehr bequem zu tragen. Die Anordnung der kleinen und größeren Fächer ist durchdacht, und auch bei Regenwetter macht der Kleine nicht schlapp, denn er bringt eine neongelbe Regenhülle mit. Einziges Manko ist die nicht vorhandene Helmhalterung.

Bisher fuhr mein Tagesgepäck in einer Hüfttasche oder in einem älteren Deuter Superbike L-Rucksack mit mir die Berge hinauf und hinab, immer mit an Bord – neben all dem anderem Notwendigen – eine Spiegelreflex-Kamera samt Objektiv(en). So viel Gewicht in einer Hüfttasche sorgte im Laufe des Biketages zu oft für Unwohlsein im Bauch, und im von sich aus schon fast ein Kilogramm schweren, mit 24 Litern Stauraum recht voluminösen Superbike L sorgte die rund zwei Kilogramm schwere Kamera für eine ungünstige Gewichtsverteilung am Rücken. Also begab ich mich auf die Suche nach einer Lösung dieses Problems. Der Problemlöser sollte ein kleiner, leichter und bequem zu tragender Rucksack sein, der die Fotoausrüstung samt Vesper und einigen Kleidungsstücken zu schlucken und vielleicht sogar noch meine 3-Liter-Trinkblase aufzunehmen in der Lage ist. Die Wahl fiel auf den Deuter Race X in der Farbe „spring-white“. Kaum geliefert, reiste er schon mit mir ins Trentino, genauer gesagt, nach Arco. Dort testete ich ihn ausgiebig beim Biken und auch beim Wandern. Er hat mich nicht enttäuscht – im Gegenteil: der kleine Grüne ist großartig!
Ausstattung und Tragekomfort

Das Leergewicht des Race X ist mit 560 Gramm so gering, dass er, vollgepackt mit Kamera und Objektiv, Armlingen, Beinlingen, einer dünnen Fleecejacke, einem Buff-Tuch, einem Erste-Hilfe-Set, einer Vesperbox, Taschenmesser und allerlei sonstigem Krimskrams, nicht zu schwer wird für die steilen Rampen des Bikereviers am Gardasee. Dank des Airstripes-Systems liegt der Rucksack nicht flächig, sondern lediglich mit zwei Polstern am Rücken auf, was bei so schweißtreibenden Aktivitäten wie dem Biken in südlichen Gefilden sehr von Vorteil ist. Trotzdem sitzt er perfekt am Rücken und verrutscht nicht, was jedoch auch an der geringen Tiefe von gerade einmal 18 Zentimetern liegt. Die MeshTex-Schulterträger sind luftig und engen nirgends ein, der Hüftgurt ist aus demselben Material gefertigt, sehr bequem und so lang, dass ich zweimal hineinpassen würde. Der Brustgurt ist auf 14 Zentimetern Länge höhenverstellbar und auch in der Weite justierbar. So sorgt er für perfekten Sitz der Schulterträger. Der rechte Schulterträger bietet einen Klettverschluss für den Trinkschlauch.

Trotz seines nominell geringen Volumens von lediglich 12 Litern ist der Race X ein Raumwunder, was vor allem der durchdachten Anordnung der Fächer zu verdanken ist. Bei warmer Witterung könnte der Race X sicherlich auch Gepäck für eine Mehrtagestour aufnehmen.

Das großzügig bemessene innenliegende Wertsachenfach versteckt sich zwischen dem Trinkschlauch-Ausgang und der Trageschlaufe. Ein Reißverschluss schützt das nah am Rücken liegende Fach vor unerwünschtem Zugriff. Selbst die von Deuter für dieses Modell nicht empfohlene 3-Liter-Trinkblase schluckt der 44 Zentimeter hohe Rucksack, wenn auch der „Einbau“ derselben viel Fingerfertigkeit erfordert. Die Trinkblase sitzt im ebenfalls mit Reißverschluss (samt Druckknöpfen an den Zippern gegen selbstständiges Öffnen) gesicherten Hauptfach in einer Innentasche hinter dem Wertsachenfach und wird gehalten durch eine orangefarbene Klettschlaufe. Die ebenfalls verschließbare Netztasche im Inneren ist ebenfalls vor der Trinkblasentasche angeordnet. Somit sind beide Innentaschen immer zugriffsbereit, die eine von außen, die andere über das Hauptfach. Die Dritte im Bunde ist auf der Vorderseite plaziert. Zwischen dem reflektierenden Race X-Schriftzug und dem Deuter-Logo verläuft vertikal ein Reißverschluss, hinter dem sich eine Vortasche samt kleinem Karabiner aus Kunststoff verbirgt. Links und rechts führt der Grüne die schon fast obligatorischen Netztaschen für Karte, Trinkflasche und Co. mit.

Die grellgelbe Regenhülle hält den Rucksack sauber und trocken. Sie sorgt nicht nur bei trüben Witterungsverhältnissen dafür, dass der Biker gut zu sehen ist, sondern ist, eingepackt auf der Unterseite des Race X, ein wunderbares Polster für wertvolle Fracht, wenn der Rucksack auf hartem Boden abgestellt wird.

Einziges Manko ist die Abwesenheit eines Helmhalters. Diesen habe ich bei den langen Bergauffahrten unter sengender Sonne schmerzlich vermisst. Schlaufen für das Helmnetz, das andere Deuter-Rucksäcke von Haus aus mitbringen, bringt der Race X mit, aber die Halterung selbst ist ein Accessoire, das hinzugekauft werden muss.

Verarbeitung

Sehr robust ist der Race X. Selbst ein kapitaler Sturz krümmte ihm kein Haar – dabei schrammte er recht heftig an einem Baum lang. Für die Reißfestigkeit sorgen Hexlite 100, das grüne Polyamidgewebe mit wabenförmig angeordneten Verstärkungsfäden, sowie das hochfeste und dicht gewobene Ripstop 210 in Dunkelgrau und Weiß.

Die Nähte sind hochwertig gearbeitet. Alle Schnittkanten sind umnäht, so dass nichts ausfransen oder sich im Reißverschluss verhaken kann. Die Reißverschlüsse scheinen hochwertig und langlebig zu sein; der Langzeitgebrauch wird darüber sicherlich Zeugnis ablegen.

Fazit

Der Deuter Race X ist der perfekte Begleiter für den Biker, der nur einen Tag unterwegs ist. Das Fehlen des Helmnetzes ist der einzige Kritikpunkt eines ansonsten rundum gelungenen Tagesrucksackes.

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